Normalisierte Fassung
Liebe Freunde,
Uns hat vorgetragen Frau Anna, die Ehefrau Ulrich Snödins,unsere Mitbürgerin, wie euer Mitbürger Lutz Müllner veranlasst habe, dass ihr Beistand und Vormund Burkhart Müllner von Bruck, derselbe Bruder des genannten Lutz, wegen einer weltlichen Sache vor ein geistliches Gericht, nämlich vor den Propst des Stifts St. Augustin zu Erfurt, geladen worden sei.
Und obwohl dem Kläger das Recht von dem genannten ihrem Beistand hätte gewährt werden sollen, sei ihr dennoch Hilfe verweigert worden.
Darum bitten wir, dass ihr den genannten Lutz Müllner, euren Mitbürger, um unseretwillen darauf hinweist und ihn dazu anhält, dass eine solche Ladung und Klage vor dem geistlichen Gericht aufgehoben werde.
Und sollte dann jemand wegen seiner Forderungen selbst gegen eure Mitbürgerin vor die genannte unsere Bürgerin und deren Vormund Ansprüche erheben wollen, so wollen wir derselben, nämlich unserer Bürgerin, gegen ihren Vormund nach Recht und Billigkeit gerne helfen, wenn sie darum ersucht wird.
Entweder gegenüber dem genannten euren Mitbürger oder hier bei uns vor dem Richter des Reiches zu Nürnberg, falls sie darum ersucht werden sollte,ohne Arglist.
Und wir bitten euch, euch darin als Fürsprecher um unseres Willen einzusetzen. Denn wie wir eurer Ehrenhaftigkeit wohl vertrauen und euch als Freunde schätzen, so würdet ihr es auch wünschen, dass wir euch in ähnlichen Angelegenheiten mit solcher Umsicht und Weisheit unterstützen würden.
Dies wollen wir euch gern vergelten.
Gegeben am zweiten Tag nach dem Sonntag Palmarum.