Brief an die Stadt Erfurt

Metadaten

Bearbeiter: Oliver Schinz

Datum: Datum nicht überliefert („datum ut supra“)

Sender: Rat der Stadt Nürnberg

Empfänger: Rat der Stadt Erfurt

Faksimile

Originalbrief

Diplomatischer Text


daʒ er meynt daʒ er dıe dınn red lıch gehandelt hab . ſöllıchs Heinrich hab ſıcher derſelben ſache wır gen Jm angenomen vnd ſuche nu +
DerStat ʒu ErffurtC. xliij

Lieben frewnde vns hat fürbraht heinrich von wıſ ſungrode der Junger yecʒunt verſchriben von Joſep ganſen Juden des er ſıch annymbt . vnd ſelıgmanns packen des Juden wegen bey vns geſeſſen / Dem haben wır wıderumb verſchriben vnd geantwurtt / deſſelben ſelıgmanns antwurt Vnd gen des Joſepen fürgab vngeleıch lawte . Nu hat vns derſelb ſelıgman fürbrawt . wıe der vorgenante Joſep ſein eydem ein Junger mentſchaft ſey . der ſöllıcher ſache alſo niht weſʒt fürcʒunemen ın halten vnd c E ſunder er hab einer vatter genannn ganſʒen Jud . der bey eẅch geſeſſen vnd in eẅrer verſprechnuſſ ſey / der darynnen vnpıllıche frendıkeit ſache / vvıe darumb . ſo erpeẅt ſıch der ſelıgman wöllıgh . er welle dem obgenanten gawſʒen eẅrm Juden oder ſeınem ſune . ob ſıe Jn darumb on ſprüche niht gelaſſen möchten gern gerecht werden vor des Römiſcht Rıchter bey vns ʒu Nürembergoder vor vnſerm Rate / des auch vvır Jn oder ırem ſcheinbotten mıt ırem vollen gwalt . furderlich vnd gern bey vns helffen wellen / wenn vvır des ermant werden ſo derſelb ſelıgman bey vns anheym vnd dıe weıl er in vnſerr verſprechnuſſ were on geuerde . / were Jn das niht füklech . ſo erpeẅt ſıch der ſelıgman er welle Jn eins Judenrechten darumb gern ſeyn nach irer gewonheıt vnd dunckt vns derſelb ſelıgman vnd vvır von ſeinen wegen pıeten vnd twen da mıt gnug Vnd darumb bıtten wır eẅr fürſıchen mıt fleıſʒ . den obgenanten eẅrn Juden vmb vnſern wıllen ʒu vnterweıſen vnd ʒu vermugen . daʒ er vnd ſein Sune der in ſeinr köſt vnd enthaltung alſo ıſt . ſıch ſöllıcher rechten von dem ſelıgman bey vns genugen laſſen / damıt wır vnd dıe vnſern anlangung von andern leẅten vertragen ſeyn vnd be leıben . vnd eẅch darynnen beweıſet als wır eẅrer weıſheit ſunderlich wol getrawen vnd eẅch vnd den eẅrn bey vns auch teten / das wellen vvır vmb eẅr erſamkeit wıllıclich vnd gern verdıenen . Vnd lat vns darumb eẅr freẅntlich verſchriben antwurt wıder wıſſen bey dıſem botten /

Datum ut ſupra

Normalisierter Text (LME-Standard)


Der stat czu Erffurt, cxliii.

Lieben frewnde uns hat fürbraht Heinrich von Wis sungrode der junger yecczunt verschriben von Josep Gansen juden des er sich annymbt. und Seligmanns packen des juden wegen bey uns gesessen dem haben wir widerumb verschriben und geantwurtt desselben Seligmanns antwurt und dacz er meynt dacz er die dinn redlich gehandelt hab. söllichs gen des Josepen fürgab ungeleich lawte. Nu hat uns derselb Seligman fürbrawt. Wie der vorgenante Josep sein eydem ein junger mentschaft sey. Der söllicher sache also niht wesczt fürcczunemen in halten und sunder er hab einer vatter genannn Gansczen jud. Der bey ewch gesessen und in ewrer versprechnuss sey der darynnen unpilliche frendikeit sache Heinrich hab sicher derselben sache wir gen im angenomen und suche nu wie darumb. So erpewt sich der Seligman wölligh. Er welle dem obgenanten Gawsczen ewrm juden oder seinem sune. Ob sie in darumb on sprüche niht gelassen möchten gern gerecht werden vor des römischt richter bey uns czu Nüremberg oder vor unserm rate des auch wir in oder irem scheinbotten mit irem vollen gwalt. Furderlich und gern bey uns helffen wellen wenn wir des ermant werden so derselb Seligman bey uns anheym und die weil er in unserr versprechnuss were on geverde. Were in das niht füklech. So erpewt sich der Seligman er welle in eins judenrechten darumb gern seyn nach irer gewonheit und dunckt uns derselb Seligman und wir von seinen wegen pieten und twen da mit gnug und darumb bitten wir ewr fürsichen mit fleiscz. Den obgenanten ewrn juden umb unsern willen czu unterweisen und czu vermugen. Dacz er und sein sune der in seinr köst und enthaltung also ist. Sich söllicher rechten von dem Seligman bey uns genugen lassen damit wir und die unsern anlangung von andern lewten vertragen seyn und be leiben. Und ewch darynnen beweiset als wir ewrer weisheit sunderlich wol getrawen und ewch und den ewrn bey uns auch teten das wellen wir umb ewr ersamkeit williclich und gern verdienen. Und lat uns darumb ewr frewntlich verschriben antwurt wider wissen bey disem botten

datum ut supra